Mystery-Thriller um ein US-Militรคrexperiment, das einem Quartett beim Geocaching im Pfรคlzer Wald zum Verhรคngnis wird.
Ein deutscher Genrefilm, gedreht in genuinem (und sehenswertem) 3D, plus nativ bundesweit erstmalig auf Dolby Atmos abgemischt - das Spielfilmdebรผt des Drehbuchautoren ("Alarm fรผr Cobra 11") und dffb-Absolventen Thorsten Klein agiert technisch an vorderster Front. Die nach amerikanischen Vorbildern absolvierte Verschwรถrungsgeschichte hingegen ist reine Routine: Vier Teenies, darunter "Tรผrkisch fรผr Anfรคnger"-Star Josefine Preuร (gedreht wurde im Herbst 2011 noch vor ihrem Kinoerfolg), dringen beim Geo-Caching in ein Waldstรผck vor, das aus gutem Grund militรคrisches Sperrgebiet ist, denn in der verlassenen US-Funkstation lรคuft noch immer ein Niederfrequenz-Experiment, dessen Strahlung Gehirn und Kรถrper zersetzt. Obwohl sie auf dem verwaisten Campingplatz Felsenland in Falk (Anatole Taubmann aus "Ein Quantum Trost"), der seinen Wohnwagen zum Faradayschen Kรคfig gegen den Elektrosmog ausgebaut hat, einen Helfer finden, fรคllt einer nach dem anderen der unsichtbaren Gefahr zum Opfer.
Das HAARP-Projekt zur Wetterbeeinflussung, ELF (Niederfrequenzstrahlung), Fulda-Gap: Eigentlich fabelhafte Schlรผsselreize aus dem Kalten Krieg fรผr Verschwรถrungstheoretiker, die Amerikanern auf deutschem Boden nicht nur Abhรถranlagen, sondern Geheimtechnologie fรผr den Dritten Weltkrieg zutrauen. Das konspirative Garn, ergรคnzt mit Smartphone-Jugend und Physik-LK-Wissen, bietet jedoch nur den Aufhรคnger fรผr einen Elektromagnetismus-Horrortrip im teutonischen Hain mit den Mitteln eines Teenie-Slashers. Oder, mit einem Wort: Exploitation. Klein und seine Koautorin Lena Vurma nutzen jede Mรถglichkeit, Spannung zu erzeugen, beschreiben die drohende Gefahr so unheimlich wie eine Geistergeschichte und entwickeln ordentlich Suspense, bleiben aber vordergrรผndig, oberflรคchlich und รคuรerst spekulativ. Die per Geocaching, der seit der Jahrtausendwende weltweit verbreiteten GPS-Schnitzeljagd, eingefรผhrten Schรผler, zwei Jungs, zwei Mรคdchen, sind grob gezeichnet, verhalten sich genretreu absurd und geben schwache Dialoge zum Besten. In dem Bedrohungsszenario, bei dem Effekte und Thrill deutlich vor Logik, Sinn und Plot gehen, sind denn auch Kenner unterfordert, wรคhrend Unerfahrene mitfiebern dรผrften. Zumal die Prรคsentation in 3D mehr als gelungen, unheimliche Gerรคusche und visuelle Starkstrom-Effekte von Robert Zeltsch ("Fast & Furious 5") sowie die Ausleuchtung authentischer Kulissen wie alle anderen technischen Credits erstklassiges Niveau halten. tk.