Oliver Hirschbiegels (Liebes-)Drama kreist um die letzten beiden Lebensjahre der Prinzessin der Herzen, die Naomi Watts perfekt zum Leben erweckt.
Sie war die meistfotografierte Frau der Welt, die Königin des Boulevards und vielleicht die tragischste Figur der modernen Geschichte: Diana, Princess of Wales, bürgerlich Diana Frances Spencer. Eine Heldin wie aus einem Märchen - Traumhochzeit, ménage à trois, Schlammschlachtscheidung, tragischer Unfalltod inklusive. Nun ist der Film da - "Diana" heißt er schlicht und ist doch anders als erwartet.
Oliver Hirschbiegel ("Der Untergang") hat sich an den heiklen Stoff gewagt, das Drehbuch des renommierten Bühnenautors Stephen Jeffreys ("The Libertine") mit Fingerspitzen- und Taktgefühl adaptiert. Im London des Jahres 1995 setzt die Handlung ein. Diana (Naomi Watts) lebt bereits von Prince Charles getrennt und wartet im Kensington Palace - gefangen im goldenen Käfig - auf die Scheidung. Sie leidet darunter, dass sie ihre beiden Söhne nur selten sehen darf, und versucht, ihr Leben neu zu ordnen. Da lernt sie bei einem Krankenbesuch den aus Pakistan stammenden Herzchirurgen Dr. Hasnat Khan (Naveen Andrews) kennen, zu dem sie sich sogleich hingezogen fühlt.
Als langen Rückblick legt Hirschbiegel sein (Liebes-)Drama, das auf Kate Snells Bestseller "Diana: Her Last Love" basiert, an. Nach dem Autounfall im Off, bei dem Diana und der Millionenerbe Dodi al-Fayed (Cas Anvar) zu Tode kommen, springt der Film in der Zeit zurück, zeigt wie Lady Di versucht, wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Sie liebt ihren "Mr Wonderful" Khan, weil "er mich nicht wie eine Prinzessin behandelt", sie, mit Perücke getarnt, in einen Jazzclub ausführt und dazu anspornt, ihre Popularität für etwas Produktives zu nutzen. Und schon im Umschnitt ist sie dann in Afrika zu sehen, wo sie sich für das Verbot von Landminen stark macht.
Klischeehaft wirkt streckenweise der Plot - Paparazzi, Luxusyacht, Candle-Light-Dinner mit Hamburgern einer Fastfood-Kette und dazu ein erlesener Tropfen aus dem royalen Weinkeller -, etwas holprig sind manche Dialoge. Dennoch gelingt Hirschbiegel ein recht differenziertes Bild Dianas, das die Oscar-nominierte Naomi Watts ("The Impossible") in Gestik und Mimik glaubwürdig - und mit perfekter Frisur - zum Leben erweckt. Überaus gelungen sind Bildgestaltung und Lichtsetzung von Kameramann Rainer Klausmann, akkurat und authentisch das Produktions- bzw. Kostümdesign. geh.