Im Kinofilm zur Serie macht Christoph Maria Herbst genau das, was man von ihm erwartet - hundsgemeine Realsatire gespickt mit pechschwarzem Humor und bitterbรถsem Sarkasmus.
Wer im Fernsehen Erfolg hat, dem wird der kleine Bildschirm irgendwann zu eng, der will die Luft der groรen weiten Kinoleinwand schnuppern. Und genau das tut nun Christoph Maria Herbst, der als TV-Serienstar mit seiner Kunstfigur Bernd Stromberg รผber fรผnf Staffeln hinweg eine stetig wachsende Fangemeinde um sich scharen konnte. Diese war nun per Crowdfunding auch mit dabei behilflich, dass "Stromberg", der Kinofilm, finanziert werden konnte. Herbst und sein bewรคhrtes Kreativteam um Autor/Produzent Ralf Husmann und Regisseur Arne Feldhusen danken es den Anhรคngern gleich doppelt: Zum einen, indem alle edlen Spender im rund zehnminรผtigen Abspann gelistet werden, zum anderen, indem das Volk genau das bekommt, was es verlangt: einen Spielfilm, der sich inhaltlich und formal streng an das Erfolgskonzept der Serie hรคlt. Das heiรt, der kongeniale Comedian Herbst darf als schmieriger, bei Vorgesetzten wie Untergebenen gleichermaรen unbeliebter Bรผrohengst alle Register des bitterbรถsen Sarkasmus' ziehen und sein schwarzhumoriges Portrรคt eines durch und durch lรคcherlichen Mannes auf die Spitze treiben. Unterstรผtzt wird er dabei von jenen Darstellern, die auch schon in der Serie das Salz in der Suppe waren - sei es nun Bjarne I. Mรคdel als trotteliger Berthold, Oliver K. Wnuk als biederer Normalo Ulf oder Milena Dreiรig als frustrierter Single Jennifer. Anders als die Serie zeigt der Film aber nicht nur Szenen aus dem Bรผroalltag und direkt in die Kamera gesprochene Statements der Protagonisten, die Handlung erhรคlt durch eine lustige Busfahrt zur Jubilรคumsfeier von Capitol Versicherungen ein wenig Drive. Im Fokus bleibt aber stets Stromberg, der erbarmungslose Rassist und unverbesserliche Sexist, der mit im Minutentakt abgefeuerten Sprรผchen wie "Probleme sind wie Brรผste - wenn du sie anfasst, macht's am meisten Spaร" oder "Du bist nur das Kloschild, ich bin das richtige Scheiรhaus" ein Lachen provoziert, das einem umgehend im Halse stecken bleibt. Somit erfรผllt die hundsgemeine Realsatire alle Erwartungen, die man als Kenner der Serie in sie gesetzt hat und bietet darรผber hinaus zum Grande Finale eine Sex-Orgie berlusconischen Ausmaรes, eine wรผste Massenschlรคgerei am Frรผhstรผcksbรผffet und einen handfesten Volksaufstand, bei dem ausgerechnet der personifizierte Antiheld Stromberg zum Helden avanciert. lasso.
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