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Technische Daten
Erscheinungsdatum
01.01.2012
Sprache
Deutsch
EAN
9783950333770
Herausgeber
edition keiper
Sonderedition
Nein
Autor
Markus Mörth
Seitenanzahl
212
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Einbandart Details
Fadenbindung
Autorenporträt
Der Grazer Autor und Regisseur Markus Mörth hat Philosophie, Theaterwissenschaft und Publizistik an der Universität Wien sowie Film und Fernsehspiel an der Hochschule für Fernsehen und Film in München studiert. Seit 2006 ist Mörth als freier Regisseur und Autor tätig, seit 2007 als Lehrbeauftragter an der Karl-Franzens-Universität Graz.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Geschwister - Rivalen ein Leben lang?
Marion G. - Bewertet am 15.06.2026
Zustand: Exzellent
Das Cover zeigt eine Zeit, als die Welt noch in Ordnung schien. Die drei Geschwister Andrea, Ulrike und Rasmus sind noch klein, die Ehe von Lotten und Olle wahrscheinlich noch in Ordnung. Aber dann, im Laufe der Jahre passierte, was wohl in vielen Familien passiert. Durch fehlende oder ungute… Kommunikation verhärten sich die Fronten und viele Jahre später kommt es zum Knall. Der Vater ist mittlerweile verstorben, er war immer im Glauben, sein Doppelleben sei geheim.
Zum erste Geburtstag der Mutter trifft sich die Familie und es kommt zum Streit. Drei Geschwister, drei völlig verschiedene Blickwinkel, drei ganz eigene Wahrheiten.
Jeder fühlt sich vernachlässig und nicht verstanden. Als entthronte Erstgeborene, als typische Sandwichkind und als verwöhntes Nesthäkchen erzählen alle ihre Wahrheit, die sich nicht mit der der anderen deckt. Als Älteste von drei Geschwistern kenne ich diese Mechanismen zu gut. Etwas langatmig, aber für Freunde von Familiengeschichten lesenswert.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Alte Rollen, neue Wunden
Jan S. - Bewertet am 09.06.2026
Zustand: Exzellent
Moa Herngren beweist mit „Geschwister“ erneut ihr Talent für die präzise Sezierung von Familienkonflikten. Schon das leicht unscharf gezeichnete minimalistische, skandinavische Cover deutet an, dass es unter der harmonischen Oberfläche gewaltig bröckelt. Im Zentrum stehen drei erwachsene… Geschwister, die beim Thema Erbe intensiv aufeinanderprallen. Herngren verzichtet auf reißerische Effekte und zieht die Spannung stattdessen aus leisen, psychologischen Zwischentönen. Ihr Schreibstil ist dabei flüssig, nahbar und unbarmherzig ehrlich. Die größte Stärke des Buches sind die Figuren: Sie sind nicht immer sympathisch, aber absolut authentisch. Durch wechselnde Perspektiven gerät das eigene Urteil ständig ins Wanken, da das Verhalten der drei tief in alten Kindheitsrollen verwurzelt ist. Mich fesselt dieser Realismus sehr, weil er zeigt, wie leicht man sich von der eigenen Familie triggern lässt. Dass es nicht für die volle Punktzahl reicht, liegt nur an den inneren Monologen, die sich gelegentlich im Kreis drehen und die Handlung minimal in die Länge ziehen. Insgesamt ist „Geschwister“ jedoch ein messerscharfes, kluges Familiendrama ohne Kitsch. Wer tiefgründige skandinavische Gegenwartsliteratur sucht, bekommt hier eine uneingeschränkte Leseempfehlung.