Männer-auf-Mission-Film im Stil von "Das dreckige Dutzend", in dem ein Trupp Kunstexperten von den Nazis gestohlene Kunst retten will.
George Clooney bleibt als Filmemacher auch in seiner fünften Regiearbeit dem Bestreben treu, dem Publikum mehr mitzugeben als einfach nur eine gute Zeit im Kino: Basierend auf einem Tatsachenroman über eine Gruppe von Kunstexperten der Alliierten, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs losgeschickt wurde, um von den Nazis gestohlene Kunst zu retten, ist "Monuments Men" Clooneys bislang ambitioniertester und aufwändigster Versuch, Unterhaltung und Anspruch unter einen Hut zu bekommen. Eine verschmitzte, aber bei aller inszenatorischen Leichtigkeit auch ernste Variante eines Men-on-a-Mission-Films in der Tradition guter alter Abenteuer- und Actionschinken wie "Die Kanonen von Navarone", "Gesprengte Ketten" oder "Das dreckige Dutzend" schwebt ihm vor, ein Film, der die Konventionen der Hollywood-Warsploitation einerseits punktgenau bedient, aber zugleich auch mit Freude an der Subversion gezielt unterwandert.
Sein dreckiges Dutzend ist weder dreckig noch ein Dutzend, die Herren Professoren sind auch keine in Waffenanwendung und gefährlichen Situationen gewandte Krieger, sondern eben in die Jahre gekommene Kunstexperten und Historiker, denen die Rettung von klassischer Kunst ein so großes Anliegen ist, dass sie sich bereitwillig in den in den letzten Zügen liegenden Zweiten Weltkrieg begeben und auf dem Weg in die Höhle des Löwen - Nazi-Germany! - ikonische Schauplätze des Großen Kriegs streifen: Clooneys Sieben landen in Omaha Beach, erleben die Ardennenoffensive mit und schaffen es bis Neuschwanstein. Natürlich legt die Starbesetzung mit Matt Damon, Bill Murray, Cate Blanchett, Jean Dujardin, Hugh Bonneville und Clooney selbst eine historische Variante der "Ocean's"-Filme nahe, wie das auch einige mit lockerer Hand erzählte Szenen unterstreichen.
Aber dem Regisseur scheint der bisweilen flapsige Ton oft auch unangemessen, und er bemüht sich um dramatisches Gewicht und meist durch im Off geschwungene Reden über die Bedeutung von Kultur für die Zivilisation angepeilte Tiefe, ohne den Ton des Films so richtig in den Griff zu bekommen. Dass bei der Europareise der reifen Herren kein wirkliches Spannungsmoment aufgebaut wird, kommt erschwerend hinzu: Die Szenen für sich sind stark, immer wieder eine große Freude, der Film selbst aber manchmal nur Stückwerk: Immer unterhaltsam und schön anzuschauen, aber eben nicht mit dem irren Drive, den ein John Frankenheimer bei seinem Thriller "Der Zug" von 1964 über genau dasselbe Thema draufhatte. Die kommerziellen Aussichten sind gut, aber ein bleibendes Monument kann sich "Monuments Men" nicht errichten. ts.
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