Eindringliches Porträt, das auch das Lebensgefühl im Paris der 60- und 70-er Jahre vermittelt und einem der einflussreichsten Modeschöpfer aller Zeiten ein Denkmal setzt.
Schauspieler und Regisseur Jalil Lespert weiß, mit seiner dritten Regiearbeit, nach "24 mesures" und "Des vents contraires", zu überzeugen. Das Biopic übernahm prompt an seinem Startwochenende Platz eins der französischen Kinocharts. Yves Saint Laurents innovative Kreationen sind Inbegriff französischer Lebensart, vereinen Kunst und Zeitgeist mit tragbarer Eleganz und revolutionierten die Haute Couture. Mit nur 21 Jahren wird Nachwuchstalent Yves Saint Laurent Assistent von Modeschöpfer Christian Dior. Nach dessen plötzlichem Tod steigt Yves zum ku?nstlerischen Leiter eines der renommiertesten Modehäuser der Welt auf, seine erste eigene Kollektion wird zu einem Triumph. Über Nacht steht das schüchterne Design-Genie im Mittelpunkt der Modewelt. Im Kunstsammler Pierre Bergé trifft er die Liebe seines Lebens. Pierre gibt ihm emotionalen Halt und übernimmt alles Organisatorische, forciert die Gründung ihres eigenen Labels "Yves Saint Laurent". Doch manisch-depressive Schübe und Drogenabhängigkeit nach einem Nervenzusammenbruch wegen der Einberufung in den Algerienkrieg fordern ihren Tribut beim sensiblen Künstler, gefährden die Beziehung zu Pierre und die Zukunft des Unternehmens. Seit den 1970ern trennen sich privat ihre Wege, geschäftlich und freundschaftlich bleiben sie verbunden bis zu YSLs Tod.
Auch wenn das auf Laurence Benaims Biografie beruhende Drehbuch kaum Überraschungen aufweist, die bekannten biografischen Eckpfeiler abfeiert, versteht der Film doch in jeder Einstellung zu fesseln, vor allem durch die grandiosen Performances seiner Darsteller. Shooting Star Pierre Nine, der mit 21 ju?ngstes Mitglied der Comédie Française wurde, verwandelt sich quasi in die Mode-Ikone, wird zum zerbrechlichen Künstler zwischen kometenhafter Karriere und selbst zerstörerischen inneren Konflikten. Comédie-Française-Kollege Guillaume Gallienne, vor kurzem mit seinem Regiedebüt "Maman und ich" erfolgreich, ergänzt ihn perfekt. Der Look ist elegant, das Dekor, dem Sujet angemessen, erlesen und stimmig, v.a. in dem Haus in Marrakesch, in dem der gebürtige Algerier Laurent gern seine Zeit mit Freunden und seiner Muse Loulou de la Falaise verbringt. Die Weinstein Company sicherte sich bereits die US-Rechte an dem faszinierenden Biopic, das das Panorama Special der Berlinale eröffnet. boe.
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