Effektvoll inszeniertes und detailgetreu ausgestattetes Märchenabenteuer, in dem sich "Pathfinder"-Regisseur Nils Gaup auf eine Gratwanderung zwischen klassischem Kinderfilm und Bibelepos und begibt.
Rund 25 Jahre nach seinem fulminanten Regiedebüt, dem für den Auslands-Oscar nominierten Historiendrama "Pathfinder", feierte der norwegische Regisseur Nils Gaup mit der Verfilmung eines in seiner Heimat äußerst populären Märchenspiels einen großen Erfolg. "Die Legende vom Weihnachtsstern" dominierte Ende 2012 Norwegens Kino-Charts und brachte es auf fast eine halbe Million Besucher. Die liebenswerte Geschichte um die 14-jährige Sonja, die sich in einem alten Königreich auf eine abenteuerliche Suche nach dem legendären Weihnachtsstern begibt, überzeugt durch sein ansprechendes Produktionsdesign, das ein wenig an die "Narnia"-Filme erinnert, sowie detailverliebte Kostüme und prunkvolle Ausstattung. Auch tricktechnisch erweist sich Nils Gaup auf der Höhe der Zeit, weiß Sonjas Begegnungen mit den kleinen Wichteln, einem mächtigen, aber friedvollen Bären und dem kräftig blasenden Nordwind effektvoll in Szene zu setzen. Allerdings lässt sich der Regisseur am Anfang (zu) viel Zeit, um seine Geschichte zu etablieren. Allein der Vorspann, in dem ein Off-Sprecher aus einem Märchenbuch vorliest, nimmt fast vier Minuten in Anspruch. Sobald dann Vilde Marie Zeiner als quirlige Sonja das Kommando übernimmt, gerät die Handlung in Gang und es entspinnt sich ein angenehm altmodisches, an traditionelle Kinderfilme aus Skandinavien und der ehemaligen Tschechoslowakei erinnerndes Abenteuer um die verschollene Prinzessin Goldhaar, die nur dann an ihren angestammten Platz zurückkehren kann, wenn der ominöse Weihnachtsstern wieder gefunden werden kann. Um die kleinen Zuschauer nicht zu verschrecken, werden die Spannungsmomente eher kurz gehalten, und die bösen Charaktere wie der intrigante Graf oder die kleine Hexe, eine Art schwarzhaariger Klon von Goldhaar, sind eher Karikaturen. Sympathieträger sind neben Sonja ein hilfsbereiter Wichtel namens Mose samt seiner geradezu unverschämt freundlichen Familie, die mit den Weasleys aus der Harry Potter-Saga verwandt sein könnten, und die herzensgute Haushälterin des Königs. Zuweilen gleitet Gaups Film in Kitsch ab, wenn Sonja der Jungfrau Maria gleich in gleißendes Licht gehüllt wird und der Himmel auch auf den Score bezogen voller Geigen hängt. Da ist das dicke Happy End nur konsequent, und so bekommen zu guter Letzt die ganz jungen Kinogänger(innen) leuchtende Augen und werden auf einfache, aber wirkungsvolle Weise in vorweihnachtliche Stimmung gebracht. lasso.
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