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★★★★★
☆☆☆☆☆
Schicksal oder Schuld?
Jenny - Bewertet am 06.06.2015
Zustand: Exzellent
Emily Coleman verlässt ihre Familie ohne ein Wort des Abschieds und versucht, sich ein neues Leben mit einer neuen Identität aufzubauen. Und während sie zur hippen Cat mit einem erfüllenden Traumjob und einem echten Drogenproblem avanciert, holt sie die Realität mit Riesenschritten ein. Als sie… unter Mordverdacht gerät, scheint nur die Konfrontation mit ihrem abgelegtem „Ich“ Schlimmeres zu verhindern.
Fazit: Die Autorin schildert ein wahres Familiendrama, um unterschwellige Schuldzuweisungen und einen schweren Schicksalsschlag. Den Versuch einer jungen, gebrochenen Frau, ihr Leben wieder auf die Spur zu bringen. Dabei taucht sie tief in die wahren Empfindungen einer geschundenen Seele ein und zeigt eindrucksvoll den inneren Zwiespalt zwischen Ergebenheit und Selbstbestimmung.
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☆☆☆☆☆
Ungeschehen ist unvorhersehbar
Silvia - Bewertet am 26.03.2015
Zustand: Sehr gut
Emily Coleman schmeißt ihren Ehering in den Müll, kauft ein Zugticket nach London und verschwindet ohne ein Wort. Sie will untertauchen, ein neues Leben anfangen. Anfangs bringt die Sehnsucht sie fast um den Verstand: nach Ben, ihrem Ehemann, nach ihrem kleinen Sohn. Doch mit der Zeit verblasst,… wovor sie davonläuft. Bis sie die Ereignisse einholen, die ihr Leben von einer Sekunde auf die andere für immer verändert haben …
Schon bei der Leseprobe habe ich mich gefragt, was passiert sein muss, dass eine Mutter ihr Kind im Stich lässt.
Ich war nicht erfreut über den Charakter der "neuen" Emily, zumal sie in ihrem neuen Leben als "Cat" zu viel Alkohol trinkt, Drogen nimmt und klaut. Ich fand es schade gegen was für ein Leben sie hier getauscht hat.Die Kapitel im Buch spielen abwechselnd zwischen Gegenwart und Vergangenheit und auch zwischen den verschiedenen Personen die Teil der Geschichte sind. Man erfährt zum Beispiel, von der Geburt und Kindheit, wie unausgeglichen Emilys Verhältnis zu ihrer Zwillingsschwester Caroline ist, die von ihrer Mutter eigentlich nie gewollt war und das auch bitterlich zu spüren bekommt. Emily lernt Ihren zukünftigen Ehemann Ben auf komische Weise kennen, heiratet ihn, die beiden werden Eltern, immer mit der Angst im Nacken, wie Caroline reagieren wird. Manche Kapitel sind auch ihr gewidmet und manchmal hat man schon sehr Mitleid mit dieser jungen Frau, weil sie wohl einfach kein Glück hat. Immer wenn es richtig gut läuft, passiert etwas schreckliches und wirft sie zurück.
Emily fühlt sich manchmal nicht richtig wohl in ihrem neuen Leben mit dieser ganzen Schauspielerei. An einem Abend einer Preisverleihung ist sie völlig fertig, lässt sich aber zu einer weiteren Party überreden. Als es ihr so schlecht geht, dass sie nur noch nach Hause möchte, trifft sie einen jungen Mann, der ihrem Ben unheimlich ähnlich sieht und der sich ganz vorbildlich um sie kümmert. Sie fühlt sich so sehr zu ihm hingezogen, dass sie mit ihm geht. Ein fataler Fehler - vielleicht aber auch nicht.
Die Autorin ist wirklich clever, man erfährt bis zum Ende des Buches nicht wie Emilys Junge heißt und erlebt dann eine große Überraschung, mit der man ganz sicher nicht gerechnet hätte.
Mehr will ich nicht verraten.
Dieses Buch ist voller Leben der verschiedensten Menschen, jeder mit seinem eigenem Schicksal und seinen eigenen Tragödien. Und vor allem sehr lesenswert!
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☆☆☆☆☆
Ein gutes Debüt, das teilweise zu langatmig ist
Calypsa - Bewertet am 28.01.2015
Zustand: Sehr gut
Ich würde diesen Roman nicht unbedingt in die Thriller oder Krimi Kategorie einordnen, da er am ehesten einem Familiendrama nahe kommt. Es ist ein gut geschriebenes Debüt, das vor allem durch die Rückblenden lebt, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt sind und die hinzu von verschiedenen… Ereignissen handeln. So bekommt man einen guten Einblick in die tiefen Abgründe von Emilys Familienmitgliedern, darunter die ganzen Probleme zwischen ihren Eltern, das Leben ihrer kaputten Zwillingsschwester Caroline und man erfährt auch einiges über die Vergangenheit von Angel, ihrer neuen Freundin in London. Keiner von den Protagonisten –mal von Ben abgesehen- scheint auch nur annähernd perfekt zu sein, jeder hat sein Päckchen zu tragen. Und auch wenn die Rückblenden größtenteils interessant sind um mehr zu erfahren, da Emily es vermeidet an die Vergangenheit zu denken, sind sie zum Teil auch sehr verwirrend, weil sie ganz plötzlich kommen und manchmal ist es auch nicht direkt ersichtlich aus welcher Sicht und zu welcher Zeit es sich abspielt. Außerdem wirken einige Abschnitte, die die aufkommende Spannung zunichte machen, viel zu langatmig und im Nachhinein auch teilweise sinnlos. Man versucht als Leser alle Teilstücke, die man bekommt zusammenzusetzen um herauszufinden was der Grund für Emily’s Verschwinden sein könnte. Die Autorin Tina Seskis legt gekonnt falsche Fährten aus und weiß genau wie man den Leser ans Buch fesselt. Man stellt sich die Frage was Emily zu dem Entschluss sich ein neues Leben aufzubauen bewogen hat, was sie Schreckliches erlebt hat und ob vielleicht sogar ihr Mann Ben und Charlie in Gefahr sind, sodass es ihre einzige Möglichkeit war wegzulaufen. Nur dadurch, dass man unbedingt wissen möchte was vorgefallen ist, wird Spannung erzeugt, denn erst gegen Ende wird die Auflösung preisgegeben. Schon am Anfang werden wir mitten in die Geschichte geworfen und dürfen miterleben wie sich Emily ihren Ehering auf der Bahnhofstoilette liegen lässt und mit dem nächsten Zug nach London fährt. Es klingt faszinierend wie eine Frau einen Neuanfang wagen möchte und obwohl sie zu Beginn sehr gefasst wirkt, wird mit der Zeit deutlich wie sehr ein gewisses Ereignis sie in der Vergangenheit getroffen hat. Es ist schwer ihre Emotionen und Handlungen nachvollziehen zu können, wenn man nicht weiß womit sie zusammenhängen und genauso schwer ist es eine Verbindung zu ihr herzustellen. Obwohl sie eine Anwältin war, kann man in ihrem Verhalten davon nichts wiedererkennen. Sie ist unsicher, lässt sich schnell zu etwas verleiten und trifft folgenschwere Entscheidungen über die man nur mit dem Kopf schütteln kann. Wie kann eine Frau, die scheinbar ein tolles Leben geführt hat alles zurücklassen? Die Auflösung ist bewegend und doch hätte ich mir ein ausführlicheres Ende gewünscht, weil es auf den letzen Seiten viel zu schnell abgehandelt wurde und mich leider auch nicht ganz überzeugen konnte. Da hätte man von mir aus gerne ein paar Einkürzungen im Mittelteil machen können aber doch nicht dann wenn es darum geht endlich ein paar Antworten zu bekommen. Auch wenn es eine überraschende Wendung gab mit der ich nie gerechnet hätte, blieb ich etwas unzufrieden zurück.
Fazit:
Ein gut geschriebenes Debüt mit neuer Idee und interessanten Wendungen, das mir zeitweise jedoch zu langatmig war und bei dem ich mir mehr Spannung gewünscht hätte. Wer Familiendramen mag ist hier auf jeden Fall genau richtig. Ich vergebe 3 Sterne, denn auch wenn mich der Roman gut unterhalten hat kann ich die negativen Aspekte nicht ignorieren.
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☆☆☆☆☆
Ungeschehen
miss.mesmerized - Bewertet am 25.12.2014
Zustand: Sehr gut
Emily verlässt ihren Mann und ihr altes Leben. Sie geht nach London und beginnt dort als Cat ein neues Leben. Was geschehen ist, bleibt im Dunkeln. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten findet sie in Angel eine gute Freundin und auch im Job kann sie schnell punkten, sich langsam in der Werbebranche… hocharbeiten und eine neue Existenz aufbauen. Alles scheint gut zu werden, doch immer wieder kommen die Erinnerungen. An das Aufwachsen mit der Zwillingsschwester, die von der Mutter gehasst schnell zum Problemkind wird. Auch an Ben, den sie immer noch liebt und ihre kleine Familie, die sie vermisst. Am Jahrestag ihres Verschwindens kommt es zur Katastrophe und sie wacht neben einer Leiche auf. Sie hat scheinbar noch jemanden getötet.
Tina Seskis hat einen Roman über eine verzweifelte Frau geschaffen, die nochmal ganz von vorne anfangen möchte. Neben der Haupthandlung um Emily/Cats Neuanfang bestimmen diskontinuierliche Rückblenden die Erzählen, die so ihr Leben davor und die Gründe für ihr Verschwinden entfalten. Mehrfach wird der Leser dabei an der Nase herumgeführt und die mühsame Rekonstruktion fällt wieder in sich zusammen. Im Fokus stehen jedoch Leben, die nicht so verlaufen, wie sie sollten. Irgendwie haben alle mit ihren Umständen zu kämpfen und werden durch ihre Mitmenschen so unglücklich, dass sie flüchten, sich in Drogen- und andere Abhängigkeiten flüchten. Die Schilderung der zwischenmenschlichen Unzulänglichkeiten ist für mich die große Stärke des Romans, wie sich die Figuren gegenseitig zerstören und auch stützen. Die Atmosphäre wird jedoch nie so niedergeschlagen, dass man es nicht mehr ertragen könnte, im Gegenteil, man wünscht den Figuren, dass die mühsamen Versuche wieder auf die Beine zu kommen erfolgreich sind – doch der nächste Rückschlag lauert immer schon.