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Der Umwelt zuliebe
Beschreibung
London gilt als Biotop für schräge Gestalten - nicht erst seit den 60er Jahren und Carnaby Street. Das Grundprinzip bleibt trotz aller Zeitströmungen gleich: Singles treibt es auf der Suche nach einem Partner unruhig um. Der Weg zur Zweisamkeit ist in Rose Troches romantischer Komödie aus den 90ern mit Schwierigkeiten und Überraschungen gepflastert.
Für Autor Robert Farrar war das Schreiben des Buches "ein Akt der Offenheit gegenüber mir selbst". Er wollte die Trennung zwischen hetero- und homosexuell überwinden. Und so steht erst einmal die Hauptfigur Leo als "a straight gay man", als ein Schwuler, der sich von einem Hetero kaum unterscheidet, zwischen allen Fronten. Der gestresste Single möchte seinen 30. Geburtstag in Ruhe verbringen, aber zu Hause wartet schon eine Horde Überraschungsgäste, alles Leute, die er am liebsten nicht sehen möchte. Erst einmal flüchtet sich das Sensibelchen vor Schreck in sein Zimmer und läßt - in einer langen Rückblende - die letzten Monate Revue passieren. Da ging es drunter und drüber: Während sein Mitbewohner eine heisse Affäre mit einem Immobilienmakler genießt, fühlt sich Leo ziemlich allein und befolgt den Rat einer Freundin, doch mal in einer Männergruppe sein Ego aufmöbeln zu lassen. Die tiefschürfenden Gespräche der Herren sind eher langweilig als lustig, erst als Leo seine Gefühle für den attraktiven Brendan outet, kommt Bewegung in die Truppe. Und als Leo eines Morgens an Brendans Seite aufwacht, scheint er seine sexuelle Identität gefunden zu haben. Aber die Harmonie währt nicht lange, plötzlich taucht Brendans Lebensgefährtin auf und sucht ausgerechnet bei Leo, ihrem alten Schulfreund, nach der "Konkurrentin" und heimlichen Geliebten...
Mit Sympathie für ihren sexuell orientierungslosen Helden erzählt die amerikanische Regisseurin ("Go Fish") vom komplizierten Single-Dasein und sexuellen Experimenten, von Psychogruppen und Individualismus. Trotz Situationskomik driftet dieser schräge und mit leichter Hand inszenierte Liebesreigen nie in platte Schwulen-Klischees ab, sondern setzt auf befreiendes Lachen. Ganz nebenbei werden fast spielerisch Vorurteile entlarvt, geschlechtsspezifische Kategorien ad absurdum geführt. Denn was da zwischen Mann und Mann oder Mann und Frau abläuft, ist der ganz normale Beziehungswahnsinn, diesmal nur ironisch auf die Spitze getrieben. Alle wollen nur das Eine: Liebe. Die gibt's aber nur in kleinen Dosen und auf Zeit. Beim Londoner Filmfestival 1998 gewann "Kreuz und Queer" den Publikumspreis als bester Film des "Neuen Britischen Kinos". Resonanz bei jungen Zuschauern möchte man diesem unterhaltenden "coming out" wünschen. mk.
Hersteller: Kinowelt Home Entertainment, Karl-Tauchnitz-Str. 10, Leipzig, 04107, info@kinowelt.de
Kevin McKidd (Leo), Hugo Weaving (Jeremy), Jennifer Ehle (Sally), Sir Simon Callow (Keith), Harriet Walter (Sybil), Tom Hollander (Darren), Julie Graham (Angie), Christopher Fulford (Adam), James Purefoy (Brendan), Paul Hughes (John)
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