Ex-007 Pierce Brosnan meldet sich in dem routinierten Spionagethriller von Roger Donaldson ("Bank Job") zum Agentendienst zurรผck.
Im Jahr 2002 mimte Brosnan in "Stirb an einem anderen Tag" zum letzten Mal รberagent James Bond, woraufhin in Folge mit Daniel Craig eine neue รra anbrach. Interessanterweise gleicht Brosnans nach dem Ruhestand reaktivierter CIA-Agent in "The November Man" auf manche Weise dem modernen, skrupellosen Bond. Die genretypische Prรคmisse vom Agenten im Fadenkreuz der eigenen Organisation ruft zudem Erinnerungen an die "Bourne"-Filme wach, was mit John-Le-Carrรฉ-typischen Doppelkreuz-Komplikationen einhergeht. Erdacht wurde die vertrackte, mit zahlreichen Kalten-Kriegs-Klischees angereicherte Story in den 80er Jahren von Bill Granger in seiner Romanreihe; die Drehbuchadaption wurde von Michael Finch und Karl Gajdusek ("Oblivion") beigetragen.
Der in 2008 angesiedelte Prolog zeigt CIA-Agent Peter Devereaux bei einer brenzligen Mission in Montenegro, bei der sein junger Protegรฉ David Mason (Luke Bracey aus "Plรถtzlich Star" liefert den taufrischen Sexappeal im Kontrast zu Brosnans mehr angeknittertem Charme) den Tod eines kleinen Jungen verschuldet. Devereaux steigt daraufhin aus, lรคsst sich aber fรผnf Jahre spรคter fรผr eine letzte Mission reaktivierten. Es gilt einen Kontakt aus Russland zu schleusen, der kompromittierende Informationen รผber den zukรผnftigen russischen Prรคsidenten besitzt. Als Schlรผsselfigur erweist sich die Sozialarbeiterin Alice Fournier (Ex-Bond-Girl Olga Kurylenko aus "Ein Quantum Trost"), die mit Devereaux in einen lebensgefรคhrlichen Sog von Konspiration und Katz-und-Mausspiel gezogen wird, bei dem die Grenzen zwischen Freund und Feind nicht immer klar definiert sind.
Donaldson, der mit Brosnan bereits fรผr "Dante's Peak" zusammenarbeitete, inszeniert den Agententhriller nach vertrautem Genrestandard mit konventionellen Schusswaffen- und Messergefechten, soliden Autoverfolgungsjagden und guten alten Faustkampfeinlagen. Etwas unkonventioneller fรคllt der tief in die Whiskeyflasche guckende Protagonist aus, der sowohl noble Retterambitionen als auch fragwรผrdige Rachegefรผhle (er verletzt mutwillig Masons unschuldige Freundin) auslebt. Mit Kurylenko verbindet Brosnan eine mehr vรคterliche denn romantische Chemie, auch wenn letzteres mehr intentioniert war. Gefilmt wurde in Serbien an vorrangig trist anmutenden Locations, was von der monochromatischen Farbpalette zusรคtzlich hervorgehoben wird. Insgesamt wird der Agententhriller im Oldschool-Stil wohl gerade ein รคlteres Publikum ansprechen. ara.
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