Bis zu 50 % günstiger als neu 3 Jahre rebuy Garantie Professionelles Refurbishment
ElektronikMedien
Tipps & News
AppleAlle anzeigen
TabletsAlle anzeigen
HandyAlle anzeigen
Fairphone
AppleAlle anzeigen
iPhone Air Generation
GoogleAlle anzeigen
Pixel Fold
HonorAlle anzeigen
HuaweiAlle anzeigen
Honor SerieY-Serie
NothingAlle anzeigen
OnePlusAlle anzeigen
OnePlus 11 GenerationOnePlus 12 Generation
SamsungAlle anzeigen
Galaxy XcoverWeitere Modelle
SonyAlle anzeigen
Weitere Modelle
XiaomiAlle anzeigen
Weitere Modelle
Tablets & eBook ReaderAlle anzeigen
Google
AppleAlle anzeigen
HuaweiAlle anzeigen
MatePad Pro Serie
MicrosoftAlle anzeigen
XiaomiAlle anzeigen
Kameras & ZubehörAlle anzeigen
ObjektiveAlle anzeigen
System & SpiegelreflexAlle anzeigen
WearablesAlle anzeigen
Fitness TrackerAlle anzeigen
SmartwatchesAlle anzeigen
Xiaomi
Konsolen & ZubehörAlle anzeigen
Lenovo Legion GoMSI Claw
NintendoAlle anzeigen
Nintendo Switch Lite
PlayStationAlle anzeigen
XboxAlle anzeigen
Audio & HiFiAlle anzeigen
KopfhörerAlle anzeigen
FairphoneGoogle
LautsprecherAlle anzeigen
Beats by Dr. DreGoogleYamahatonies
iPodAlle anzeigen

Handgeprüfte Gebrauchtware

Bis zu 50 % günstiger als neu

Der Umwelt zuliebe

Optischer Zustand
Beschreibung
Der Maskenball Der Zug hielt in der letzten Station vor der Hauptstadt. Der junge Mann stieg aus, um für seine Reisegefährtin eine Erfrischung zu kaufen. Er hatte die Ankündigung eines verkürzten Aufenthalts in dieser Station überhört und war zu weit zurückgegangen; so mußte er jetzt, einen Papierbecher in der Hand, in den hintersten Teil des Zuges einsteigen, da schon das Abfahrtssignal gegeben wurde. Mühsam arbeitete er sich durch die überfüllten Waggons nach vorne, schwankte hin und her, be­spritzte die Hose eines Reisenden mit Zitronensaft, mußte Beschimpfungen über sich ergehen lassen und stieß schließlich auf die versperrte Tür eines Postwa­gens, die es ihm unmöglich machte, in den vorderen Teil des Zuges zu gelangen. Sie, die er nicht erreichen konnte, warf ungeduldige Blicke durch das schläfrige Zeitungsgeblätter ihres Ab­teils. Da sie von der Existenz des Postwagens nichts wuß­­te, glaubte sie, er habe die Abfahrt versäumt und sei zurückgeblieben. Mehrmals mußten sich verschiedene Beine, die unter den Zeitungen sich ausstreckten, unlustig zurückziehen, um ihr den Weg auf den Gang frei­zumachen. Sie sah nach dem Schaffner aus, doch der zeigte sich nicht; wahrscheinlich hatte er keine Lust mehr, sich knapp vor dem Ziel durch die überfüllten Waggons zu drängen. Im Hauptbahnhof angekommen, verließ sie eilig den Zug, um irgendeinen Bahnbeamten dazu zu bewegen, das Gepäck des jungen Mannes in Verwahrung zu nehmen. Wie ein verlorenes Kind steuerte sie mit ihrem Koffer durch die hereinflutende Menge; einer schickte sie zum andern, bis sie schließlich mit einem mürrischen Schaffner, dem sie den Fall erzählt hatte, auf dem leer gewordenen Bahnsteig zurückkam. Zu ihrem Schrecken war das Abteil leer, das Gepäck verschwunden. Sie behauptete, es sei gestohlen worden, doch der Schaffner erriet die Sache mit dem Postwagen und über­zeugte sie mit einer gewissen höhnischen Freude. Beschämt eilte sie zurück in die Halle – vergebens. Sie är­­­ger­­te sich bei dem Gedanken, er könne geglaubt ha­ben, sie sei einfach davongelaufen. Er wäre zweifellos noch auf dem Bahnsteig gestanden, wenn er nicht eine Frau in den Untergrundbahnhof verfolgt hätte, die er in seiner Aufregung für die richtige hielt, bis er schließlich, als er sich im fahrenden Wag­gon endlich bis zu ihr vorgedrängt hatte, erkennen muß­te, daß es ganz eine andere war. In der ersten Sta­tion stieg er aus, eilte zum gegenüberliegenden Bahn­steig, mußte, wie es ihm schien, endlos warten, und fuhr dann zum Bahnhof zurück. In der Dunkelheit sausten die Lichter eines Gegenzugs vorüber; doch konnte er nicht erkennen, daß dort aus dem Fenster ein Gesicht blickte, in dem Wut und Weinen kämpfte. Auch sie konnte nichts erkennen, nichts als verschwom­mene Lichter. Und so gut gelaunt war sie abgereist! Neben ihr im Koffer die blaue Maske mit den schwarze Reiherfedern, das blaue Kostüm, das sie selbst ge­näht hatte, voll Erwartung auf den großen Maskenball. Es ist unmöglich, in einer Millionenstadt jemand zu finden, von dem man nichts weiß außer dem Vor­na­men. Nichts? Ein gewisser rätselhafter Ausdruck der Augen, der sich so deutlich in der Erinnerung spiegelt, bedeutet der nicht mehr als Name und Wohnung? Wer sich davon leiten und nicht ablenken ließe, käme der nicht wie ein Schlafwandler zum Ziel? Er läutete noch am selben Abend bei einem Freund. Der begrüßte ihn im Kostüm eines Clowns, mit weiß­ge­pudertem Gesicht und rotgeschminkten Lippen. Er wur­de in eine Gesellschaft geführt, die sich gerade ko­stümierte. Man hatte ausgiebig dem Wein zugesprochen. Jemand stülpte ihm über den Kopf eine große Mas­ke in Form eines Affenschädels, die vermutlich deshalb übriggeblieben war, weil sie heiß und beengend sein mußte. Vergeblich wehrte er sich dagegen; alle fanden ihn originell, und man brachte ihm einen Stroh­halm, mit dessen Hilfe er Wein trinken konnte. Er sprang dann im Zimmer herum, steckte den Strohhalm in alle Gläser und hatte bald den Stimmungsgrad er­reicht, den die Gesellschaft verlangte. Danach fuhr man zum Ball. Dort herrschte schon reges Getriebe. Der Affenschädel behinderte allerdings die Sicht; außerdem zwang er seinem Träger eine Rolle auf, die ihm nicht lag. Doch es war noch zu früh, die Maske abzunehmen; so verlegte er sich aufs Trinken. Schließ­lich bemerkte er eine blau Maskierte, die nicht weit von ihm an einem Tisch saß, auf dem halbvolle Gläser und Aschenbecher herumstanden, zurückgelassen von einer Gesellschaft, die sich in den Tanz zerstreut hatte. Die vorgebeugte Gestalt zwischen den leeren, achtlos verstreuten Sesseln drückte Verlassenheit aus. Über die Augen fiel schwarzes Gefieder. Ihren schlanken Körper umhüllte ein blauer Stoff, der sich wie bei Tänzern eng anschmiegte. Nichts war unpassender, als sich dieser Gestalt mit einer Affenmaske zu nähern. Sie folgte ihm zwar zum Tanz, doch gab sie sich wenig Mühe, ihre Gleich­gül­tigkeit zu verbergen. Er führte sie also zurück und fragte, ob sie Durst habe. Sie wollte Zitronensaft. Er wandte sich zum Buffet, in der Absicht, sich dort gleichzeitig seiner Maske zu entledigen. Es herrschte aber ein solches Gedränge, daß es lange dauerte, bis er schließ­lich, von der Maske befreit, mit einem Glas Zitro­nen­saft wiederkam. Der Platz, auf dem er die blau Maskierte zurückgelassen hatte, war leer. Er suchte ein wenig herum. Jemand stieß ihn an, so daß er die Hälfte seines Getränks ver­schüt­tete. Da gab er die Suche auf. Es lag ihm nicht viel an der blau Maskierten, die offenbar langweilig war und die man vorhin sicher nicht zufällig allein am Tisch zurückgelassen hatte. Er trank also selbst den Rest des Zitronensafts. Dabei fiel ihm ein, daß er an diesem Tag zum zweiten Mal Zitronensaft trank, obwohl er das Ge­tränk nicht mochte.
Dieses Produkt haben wir gerade leider nicht auf Lager.
ab 14,59 €
Derzeit nicht verfügbar
Derzeit nicht verfügbar
Sonderinformationen:

Bitte beachte: Auflage, Verlag und Cover weichen ggf. von der Abbildung ab

Handgeprüfte Gebrauchtware

Bis zu 50 % günstiger als neu

Der Umwelt zuliebe

Technische Daten


Erscheinungsdatum
01.01.1998
Sprache
Deutsch
EAN
9783852521909
Herausgeber
Bibliothek der Provinz
Sonderedition
Nein
Autor
Gerhard Amanshauser
Seitenanzahl
208
Auflage
1
Einbandart
Gebundene Ausgabe
Buch Untertitel
Erzählungen
Schlagwörter
Defenestration, alleweil, lâcheté
Thema-Inhalt
FBA - Moderne und zeitgenössische Belletristik: allgemein und literarisch FYB - Belletristik: Erzählungen, Kurzgeschichten, Short Stories
Höhe
210 mm
Breite
15 cm

Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Informationen nach EU Data Act

-.-
Leider noch keine Bewertungen
Leider noch keine Bewertungen
Schreib die erste Bewertung für dieses Produkt!
Wenn du eine Bewertung für dieses Produkt schreibst, hilfst du allen Kund:innen, die noch überlegen, ob sie das Produkt kaufen wollen. Vielen Dank, dass du mitmachst!