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★★★★★
☆☆☆☆☆
Intensive Irrfahrt
Mannuber B. - Bewertet am 22.04.2026
Zustand: Exzellent
Eine Frau ist auf dem Weg nach Hause in ihrem Auto, als sie auf eine Umleitung stößt. Sie fährt und fährt. Und fährt immer weiter. Dies ist der Ausgangspunkt des zweiten Romans der Autorin. Nah dran an den Gedanken ihrer Hauptfigur, aber doch mit Distanz erzählt sie von einer Frau, die in ihrem… Leben gefangen ist, und die durch eine Reihe grüner Ampeln scheinbar die Gelegenheit bekommt, in die Freiheit zu fahren. Doch ganz so einfach ist es nicht. Esther Schüttpelz seziert die Strukturen, die Frauen dazu bringen, in schlimmen Beziehungen mit gewalttätigen Männern zu bleiben. Ohne dabei einfache Antworten zu finden. Die Frau begegnet auf ihrem Weg mehreren Menschen, doch wird sie am Ende auch die Kraft haben, ihrem Leben zu entkommen? Ein spannender, atemlos erzählter Gedankenstrom, der mit reduzierten Elementen dennoch eine enorme Spannung erzeugt - und dessen Ende nach dem Lesen noch zum Nachdenken anregt. Ein gelungener Roman!
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Beeindruckend, aber teilweise fordernd
Carina U. - Bewertet am 10.04.2026
Zustand: Exzellent
Vorweg: "Grüne Welle" ist kein Buch, das "mal eben so nebenbei" gelesen werden kann. Vielmehr fordert er die gesamte Konzentration, damit die Finessen und Feinheiten der sprachlichen Beschreibung in voller Gänze ihre Wirkung zeigen können. An den Schreibstil musste ich mich zunächst gewöhnen; ist er… doch anders als viele Bücher heutzutage, die "mal eben so" in die Hand genommen werden, nebenbei läuft vielleicht der Fernseher, es wird nicht immer jeder Satz in Gänze erfasst, aber das ist auch nicht wichtig. Hier ist es anders. Hat man sich erstmal an den Schreibstil gewöhnt, entfaltet sich eine spannende Geschichte (primär) aus der Perspektive einer Frau, die nach einem Kinobesuch nicht nach Hause fährt. Ihre Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft ist spannend und ich habe bis zum Schluss mitgefiebert, wie diese Geschichte wohl zu enden vermag.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Über Freund*innenschaft
Julia P. - Bewertet am 11.03.2026
Zustand: Exzellent
Der Roman "Grüne Welle" von Esther Schüttpelz hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders stark fand ich die Beschäftigung mit Freundschaft und Identität. Diese Themen stehen klar im Mittelpunkt und werden auf eine sehr schöne, ehrliche und starke Weise behandelt.
Ein großer Pluspunkt ist der… Schreibstil. Das Buch liest sich sehr flüssig, man kommt schnell durch die Handlung - die in den Geschwindigkeiten stark wechselt und sich eigentlich nur über 24 Stunden zieht. Trotzdem wirkt die Geschichte nicht oberflächlich. Gerade der Umgang mit schwierigen Themen wird sensibel, aber auch klar dargestellt.
Die weitestgehend namenlosen Figuren sind nur so vielschichtig angelegt, wie es sein muss - ich glaube, dadurch können Leser*innen die Geschichte unterschiedlich wahrnehmen.
Insgesamt würde ich "Grüne Welle" weiterempfehlen.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
im Kopf der Frau
Ursula U. - Bewertet am 04.03.2026
Zustand: Exzellent
Eine, zuerst namenlose, Frau, eine Künstlerin, verlässt das Kino, in dem sie regelmäßig mit ihrer Freundin aus Studienzeiten trifft. Dies ist ihre einzige Auszeit von ihrem bestimmenden Mann, einem erfolgreichen Anwalt. Sie steigt in ihr Auto und will nach Hause fahren, bis sie zuerst in einer… Umleitung gerät und dann, im Dunkeln, einen falschen Weg gewählt hat. Sie beschließt weiterzufahren und an der nächsten roten Ampel zu wenden. Doch jede Ampel leuchtet grün. So fährt sie und fährt, übermüdet und unterzuckert, bis sie einen kleinen Unfall hat.
Was diese Frau bewegt hat, sich immer weiter von ihrem Zuhause zu entfernen, wird uns während der langen Fahrt nahegebracht. Die Gedanken und Gefühle der Frau, ihre Wünsche und Sehnsüchte, die sie sich jetzt erst eingesteht, könnten viele Frauen so oder so ähnlich erlebt haben. Als sie auf zwei junge Anhalterinnen trifft werden die Reflektionen mit ihrem bisherigem Leben intensiver.
Eine weitere Sichtweise erleben wir durch die Freundin der Frau, die sich erst Sorgen um die verschwundene Frau macht, dann jedoch merkt, dass sie nicht zu ihrem Mann fahren möchte.
Der Roman ist in einer ganz besonderen Sprache geschrieben, teilweise mit sehr langen Sätzen und einem Inhalt, der nachdenklich macht.