Partner aus acht europäischen Ländern haben sich an der Krimiserie beteiligt, die nun in vier jeweils knapp zweistündigen Episoden im ZDF zu sehen ist.
Der Mainzer Sender hatte zwar die Federführung bei der Produktion inne, das Team hinter dem "Team" ist aber vor allem dänisch geprägt: Das Autoren-Duo Mai Brøstrom und Peter Thorsboe hat unter anderem für "Der Adler" den International Emmy Award erhalten. Kathrine Windfeld, die neben Kasper Gaardsøe für die Regie bei "The Team" verantwortlich zeichnet, setzte auch schon "Kommissarin Lund" und "Die Brücke" in Szene.
An die Genre-prägende "Lund"-Serie erinnern in diesem Fall vor allem die spannende, aber emotionale Erzählweise und die intensive, vielschichtige Charakterzeichnung. Die grundlegende Atmosphäre beim "Team" ist allerdings weniger düster. Die paneuropäische Serie setzt vielmehr auch auf lebhafte Impressionen aus den Metropolen Kopenhagen, Berlin und Antwerpen, aber auch auf winterliche Landschaftsbilder aus Österreich und der Schweiz. Der hohe Production Value wird bewusst, aber nicht aufdringlich ins Bild gesetzt.
Im Mittelpunkt von "The Team" stehen aber eindeutig die Figuren: Lars Mikkelsen, ein aus "Nordlicht -Mörder ohne Reue" und "Kommissarin Lund" auch auf dem sonntäglichen Krimi-Sendeplatz im ZDF erprobtes Gesicht, liefert eine souveräne Vorstellung als dänischer Leiter des Ermittlungsteams, auch Veerle Baetens und Jasmin Gerat als seine Kolleginnen aus Belgien bzw. Deutschland wissen Akzente zu setzen. Nicht zuletzt besticht das Schauspieler-Ensemble auch durch die hochkarätige Besetzung in vielen mittelgroßen und kleineren Rollen, darunter Miriam Stein, Hilde van Mieghem, Sunnyi Melles oder Filip Peeters.
Die Fülle an Figuren droht in der ersten Episode zeitweise noch, den Zuschauer zu überfordern. Doch im richtigen Moment gelingt es Regie und Autoren, das Geschehen zu fokussieren. Schon im ersten Drittel der Erzählung wird deutlich, dass "The Team" keinem Whodunit-Konzept folgt. Frühzeitig steht fest, dass Marius Loukauskis, zurückgenommen aber durchaus beeindruckend dargestellt von Nicholas Ofczarek, der Bösewicht ist. Die Aufgabe des "Teams" ist es, ihm seine Verbrechen nachzuweisen und das ganze Ausmaß des von ihm aufgebauten Systems aus Menschenhandel, Kindesraub, Zwangsarbeit und Prostitution aufzudecken.
Letztlich bewegt sich auch der Showdown weniger auf der spektakulären Action-Ebene, sondern setzt auf emotionale Bilder. Auch das mitunter recht komplizierte Privatleben der Kommissare wird mit der fortschreitenden Handlung immer stärker in den Vordergrund gerückt. Daraus ergeben sich eine Reihe von Handlungssträngen, die am Ende offen gelassen werden - wohl auch mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung der Serie, deren erste Staffel insgesamt einen gelungenen Eindruck hinterlässt. Lediglich durch die komplett deutsche Synchronfassung geht ein Stück Authentizität verloren. Insofern ist die Idee des ZDF, die "europäische" Fassung, in der die Ermittler und sonstigen Figuren in ihren Heimatländern die jeweiligen Landessprachen sprechen, als Stream im Internet anzubieten, durchaus begrüßenswert. jl.
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