Wenn neuseeländische Vampire für ewig in einer WG leben, sind Menschenopfer und andere Alltagsprobleme garantiert.
In Sundance und auf der Berlinale sorgte die schräge Komödie aus der Hobbit-Heimat bereits für Amüsement. Selten hat man die blutsaugenden Einzelgänger geselliger und entspannter gesehen als in dieser Mockumentary, die zudem in der authentischen Abbildung mehrerer Vampirleben eine Informationslücke schließt.
Die Regisseure und Autoren Taika Waititi und Jemaine Clement, der zu den Masterminds der Kult-Comedyserie "Flight of the Conchords" zählte, übernehmen auch Hauptrollen - Waititi spielt mit direkter Zuschaueransprache den Tourguide Viago, Clement den weit älteren Vladislav, der den seligen Zeiten nachtrauert, an denen er noch anständig foltern konnte. Nachdem die vier langjährigen Mitglieder der WG aus Wellington vorgestellt wurden, darunter ein mehrere tausend Jahre alter Vampirveteran auf den Spuren von Murnaus Nosferatu, begleitet die Komödie in losen Ausschnitten den Alltag des Quartetts - zwischen harmlos-albern, absurd-komisch und bissig-witzig. Bagatell-Probleme wie Wohnungspflege oder die Gestaltung des Nachtlebens, das durch das lästige Einladungskriterium erschwert wird, werden bald abgelöst durch die Kollateralschäden, die der neueste WG-Zugang Nick auslöst. Weil Nick von Verschwiegenheit wenig hält und in der Öffentlichkeit bereitwillig über sein cooles Vampirdasein Auskunft gibt, kommt nicht nur ein Vampirjäger ins Haus, sondern auch Nicks sanfter, schwach beleuchteter Kumpel - ein Mensch, der den Blutsaugern ans Herz wächst.
Vieles ist zum Schmunzeln hier, wenig zum laut Auflachen. Das Potenzial ihrer Prämisse schöpft diese Mockumentary nicht ganz aus, doch in ihren besten Momenten punktet sie mit lakonischem Witz, wenn über die Akquise menschlicher Opfer geredet wird wie über das Einkaufen von Nudeln, und mit grotesken Szenen, wenn etwa Cops das Haus durchsuchen und dank Vampirhypnose nichts von den sichtbar nicht alltäglichen Hausgepflogenheiten wahrnehmen. Mit wirklich derben Gags hält sich "5 Zimmer, Küche, Sarg" weitgehend zurück, bewahrt sich so seinen Charme, der sich auch in den visuellen Effekten spiegelt. Diese sind, konform mit der beobachteten Spezies, altmodisch gehalten, darunter auch eine Hommage an das rotierende Zimmer in Fred Astaires Musical "Königliche Hochzeit". kob.
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