Bücher der Kategorie Science Fiction und Fantasy leben von der schier unermesslichen Fantasie ihrer Autor:innen. Obwohl sie sehr vielfältig sind, haben sie verschiedene Gemeinsamkeiten.
1. Eigens erschaffene Welten: Science-Fiction- und Fantasy-Bücher spielen oft in komplett neu konstruierten Welten oder Universen. Dabei kann es sich um erfundene Reiche, fremde Planeten oder alternative Realitäten handeln. Die Autor:innen entwickeln dafür eine eigene Geografie sowie Gesellschaften und Kulturen, die es so in der echten Welt nicht gibt.
2. Vielschichtige Historie: Viele Welten in Science-Fiction- und Fantasy-Büchern blicken auf eine lange und detaillierte Vorgeschichte zurück, die weit vor der eigentlichen Handlung liegt. Dazu können mythologische Anfänge, vergessene Zivilisationen oder Kriege gehören. Diese geschichtlichen Details haben die Autor:innen eigens entwickelt, um ihren Welten zusätzliche Tiefe zu verleihen. Auch wenn die Historie im Buch nicht umfangreich thematisiert wird, bildet sie das Fundament.
3. Erweiterung der Realität: Sowohl Science Fiction als auch Fantasy geht über die bekannte Realität hinaus. Die beiden Genres zeigen, wie sich die Welt entwickeln oder wie sie komplett anders funktionieren könnte. Dadurch ergeben sich völlig neue Möglichkeiten, menschliche Erfahrungen in ungewöhnlichen Kontexten zu erzählen.
4. Eigene Regeln: Die Welten in Science-Fiction- und Fantasy-Büchern folgen klaren Regeln, die nicht denen der Realität entsprechen. In Science-Fiction-Werken können dies physikalische oder technologische Gesetze sein, in Fantasy magische Systeme mit festen Grenzen.
5. Mythologische Tiefe: Vor allem Fantasy greift meist auf Mythen, Archetypen und symbolische Figuren zurück. Drachen, Heldenreisen oder göttliche Kräfte sind moderne Varianten alter Erzähltraditionen. Beispielsweise bedienen sich viele Autor:innen an Elementen der griechischen oder der germanischen Mythologie.
6. Konflikte in großem Maßstab: In Science-Fiction- und Fantasy-Büchern geht es meist um sehr viel. Statt Problemen auf persönlicher Ebene sind bei Konflikten ganze Königreiche, Völker, Planeten oder sogar Galaxien bedroht.
7. Zentrale Idee im Zentrum: Science-Fiction- und Fantasy-Bücher basieren meist auf einer starken Grundidee. Das kann eine technologische Entwicklung, ein magisches System oder ein gesellschaftliches Experiment sein. Die Idee trägt oft die ganze Handlung und bestimmt die Struktur der Welt.
8. „Was wäre, wenn“: Ein zentrales Merkmal von Science-Fiction- und Fantasy-Büchern ist eine spekulative Frage, der die Story folgt. Was wäre, wenn man in die Vergangenheit reisen könnte, um ein bestimmtes Ereignis ungeschehen zu machen? Was wäre, wenn es außerirdisches Leben gäbe? Diese hypothetischen Szenarien treiben die Handlung an.
9. Verschmelzung von Genres: Science Fiction und Fantasy vermischen sich häufig mit anderen Genres wie Horror, Krimi oder Abenteuer. Dadurch entstehen hybride Formen wie Cyberpunk oder Space Opera, die Elemente mehrerer Stile kombinieren.
10. Häufige Ausweitung zu Reihen oder Zyklen: Viele Science-Fiction- und Fantasy-Bücher sind Teil einer ganzen Serie von Publikationen. Dafür ist meist die Komplexität der Welt verantwortlich, die die Autor:innen erschaffen und die Stoff für zahlreiche Geschichten liefern. Beispielsweise hat J. R. R. Tolkien neben den 3 „Herr der Ringe“-Bänden weitere Bücher wie „Der kleine Hobbit“, „Das Silmarillion“ und „Nachrichten aus Mittelerde“ herausgebracht, die im gleichen Universum spielen.
11. Relevanz für die Popkultur: Figuren und Szenarien aus beliebten Science-Fiction- und Fantasy-Büchern gehen nicht selten in die Popkultur ein und finden Einzug in das kollektive Gedächtnis – wie etwa die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens in Douglas Adams' „Per Anhalter durch die Galaxis“.