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★★★★★
☆☆☆☆☆
Spannender und wendungsreicher Thriller
Christian B. - Bewertet am 01.08.2021
Zustand: Exzellent
Der Thriller "Wild Card" von Tade Thompson handelt von Weston Kogi, der nach langer Zeit in das Dorf seiner Kindheit in Westafrika zurückkommt um an der Beerdigung seiner Tante teilzunehmen. Vor alten Bekannten macht er den Fehler sich aufzuspielen und sich als Londoner Police Detective auszugeben… obwohl er nur Wachmann in einem Supermarkt ist. Weston wird von zwei rivalisierenden Rebellengruppen gekidnappt und gezwungen den Mord an einem Politiker aufzuklären.
Wild Card ist ein spannender und teilweise auch brutaler Thriller, der die Zustände und den Konflikt zwischen zwei Rebellengruppen in Afrika realistisch und ungeschönt darstellt. Der Thriller hat sehr viele Wendungen und ist dadurch die ganze Zeit spannend zu lesen. Die Dialoge und der Erzählstil sind geistreich und in Teilen ist der Erzählton selbstironisch.
Insgesamt ist Wild Card ein spannender und wendungsreicher Thriller mit gelungenem Afrika Setting.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Mordermittlung zwischen den Fronten
Christiane R. - Bewertet am 30.07.2021
Zustand: Exzellent
Weston Kogi lebt in London und kehrt nach 15 Jahren in seine Heimat Alcacia in Westafrika zurück, um seine Tante zu beerdigen, die ihn großgezogen hat. Dort trifft er unweigerlich auf Verwandte, mit denen er nichts gemein hat, seine Exfreundin Nana, mit der er wieder eine Beziehung eingeht und einen… ehemaligen Mitschüler Church, der ihn schon zu Schulzeiten gequält hat. Um sich vor seinen Übergriffen zu schützen berichtet er ihm, dass er nun bei der Mordkommission arbeite- eine Lüge. Prompt wird der auf den Mordfall von Pa Busi angesetzt. Die beiden führenden Rebellengruppen LFA und PCA erwarten von ihm den Mord aufzuklären und herauszufinden, dass die jeweils andere Partei die Verantwortung trägt. Nach den anfänglichen Gedanken an Flucht übernimmt Weston tatsächlich den Fall und ermittelt.
Dieses Buch ließ mich bereits mit dem auffälligen Cover, das schön und überaus passend gestaltet ist, in ein fiktives Afrika eintauchen, das rau und gefährlich ist. Der Autor hat es geschafft mit seiner Sprache ein Gefühl zu vermitteln. Ich war als Leserin mit Weston unterwegs und habe empfunden, was er fühlt. Ich war hypnotisiert und habe das Buch verschlungen.
Gut gefallen hat mir auch der Umstand, dass zwar ein Leben der Bevölkerung im Bürgerkrieg und damit im Ausnahmezustand und abgestumpft gegen die Gewalt geschildert wird; Gewalt, Tod und Sex aber eher unaufgeregt am Rande erwähnt wurde. Darauf liegt nicht der Hauptaugenmerk der Geschichte und somit ist es auch stimmig, dass hier nicht so viele Worte verloren werden. Gewalt gehört zum dortigen Alltag. Es hat für mich die Szenerie stimmig gemacht und abgerundet, ohne dabei zu detailliert beschrieben zu werden.
Die Hauptfigur Weston startet in die Geschichte als Europäer, wird jedoch durch seine Erlebnisse und die äußeren Umstände verändert und passt sich an das Verhalten der Ortansässigen an. Dieser Prozess geschieht schleichend- wieder ohne viele Worte und innere Zerrissenheit- aber authentisch, da diese Änderung notwendig ist, um vor Ort zu bestehen.
Den Autor kannte ich bislang nicht, ich werde aber weitere Bücher von ihm lesen. Für mich ein außergewöhnliches Buch, dass eine klare Leseempfehlung erhält.