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★★★★★
☆☆☆☆☆
Wortgewaltig
Annegret H. - Bewertet am 16.02.2026
Zustand: Exzellent
Am meisten hat mich die Ausdruckskraft des Autors begeistert: Selbst in Szenen, in denen eigentlich nicht viel passiert, schafft es Douglas Stuart mit seinem wortgewaltigen Stil, die Atmosphäre greifbar zu machen und die Leser:innen komplett in diese häufig trostlosen Situationen zu versetzen.… Dadurch kommen die Emotionen der Charaktere und Geschichte besonders gut rüber.
Dazu kommt , dass er den jungen Protagonisten Shuggie Bain und seine Mutter Agnes als komplexe Charaktere zeichnet. Selbst Agnes, die wirklich keine gute Mutter ist, wird nicht einfach als die Böse dargestellt, sondern als eine vielschichtige Frau, deren Beziehung zu ihrem Sohn aus verschiedenen Gründen schwierig ist.
Am Anfang fand ich den Slang, in dem viele Dialoge geschrieben wurden, etwas gewöhnungsbedürftig, aber die Übersetzerin Sophie Seitz hat es gut gelöst, sodass alles verständlich ist.
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★★★★★
☆☆☆☆☆
Ganz okay
Julia P. - Bewertet am 14.09.2021
Zustand: Exzellent
Der Roman „Shuggie Bain“ erzählt die Geschichte einer Familie im Glasgow der 80er-Jahre. Die Mutter, Agnes, stellt sich der harten Welt mit makellosem Make-Up und strahlender Schönheit entgegen, sucht aber Trost im Alkohol. Shuggie, ihr jüngster Sohn, sieht seine Aufgabe darin, seine Mutter zu… schützen – koste es, was es wolle. Mit unerschütterlicher Liebe stellt auch er sich der schweren Realität, in der die beiden Leben.
Douglas Stuart wurde für diesen Roman mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet. Leider finde ich den Roman etwas überbewertet. Man hätte aus dem Thema etwas mehr machen können. Ich hätte mir feiner gezeichnete Charaktere gewünscht, denen man noch tiefer in die Seelen und Köpfe blicken kann. Die Tristesse und das prekäre Leben der Arbeiterfamilie ist jedoch detailreich dargestellt, und man kann sich gut hineinfühlen.
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☆☆☆☆☆
Eine unbeschreibliche Liebe
Cornelia P. - Bewertet am 31.08.2021
Zustand: Exzellent
Das Buch ist anders als ich es erwartet habe. Viel trauriger als erwartet. Von dem Mindset nach zu urteilen ist das Buch ähnlich wie "Auszeit" von Hannah Lühmann oder "Die Überlebenden" von Alex Schulmann - kurz gesagt: tragisch. Aber dennoch birgt "Shuggie Bain" eine gewisse Hoffnung und Liebe,… entweder explizit ausgedrückt oder zwischen den Zeilen zu greifen. Der Schreibstil ist schonungslos, genau wie die Geschichte selbst - es gibt keine Euphemismen im Handeln.
Ich hätte das Buch allerdings mehr genießen können, wenn ich die Umstände der Zeit und des Landes besser gekannt hätte - geschichtlich bzw. historisch bin ich da selbst nicht so ganz informiert, womit ich allerdings der Handlung nichts von seiner Wirkung absprechen möchte.
Mir gefällt die Charakterentwicklung sehr. Zunächst ist ja Shuggie eher nicht der Hauptprotagonist, sondern wird es erst im Lauf der Erzählung. Er wird dabei immer erwachsener, man fühlt und leidet mit ihm mit.
Fazit: Klare Empfehlung in allen Bereichen!