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★★★★★
☆☆☆☆☆
Im Rampenlicht unseres eigenen Lebens
Clara M. - Bewertet am 28.09.2025
Zustand: Sehr gut
Nachdem ich "No hard Feelings" sooo geliebt habe, habe ich mich enorm gefreut, dass Genevieve Novak ein neues Buch rausgebracht hat: "Crushing". Vermutlich war meine Erwartungshaltung daher etwas höher als sie normalerweise gewesen wäre...
Das Thema dieses Buches ist eins, was uns alle etwas… angeht und (hoffentlich) der ein oder anderen Person über die Vergangenheit oder sogar die Gegenwart ein wenig die Augen öffnet. Denn das hat die Autorin wieder wunderbar hinbekommen: Die Realität, über die kaum gesprochen wird, zu erfassen und in einen humorvoll und sympathisch geschriebenen Roman zu verpacken. Es geht darum, dass wir uns selbst als die Hauptperson in unserem Leben benehmen, die wir alle sind. Wir sind nicht die beste Freundin / der beste Freund oder die Partnerin / der Partner von jemandem, sondern wir sind eine eigenständige Person. Wir müssen uns nicht anpassen, wir müssen uns nicht verbiegen, sondern schauen, wie und ob die andere Person in unser Leben passt. All das bekommt die Autorin perfekt rübergebracht - unterstützt von vielen schönen und humorvollen Momenten.
Und obwohl ich das Buch sehr gerne gelesen haben, gibt es trotzdem ein paar Kleinigkeiten, die mich stören. Die Nebencharaktere sind mir manchmal zu kurz gekommen. Vielleicht waren sie einfach alle so sehr mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass wir sie durch die Augen der Protagonistin einfach nicht ausreichend kennen lernen konnten... Und auch wenn das Thema des Buches klar ist und auch schlussendlich so vermittelt wird, hat dies leider nicht - wie erwartet - den Großteil des Buches ausgemacht. Vielleicht ist es aber auch einfach nicht so leicht und dieser Weg geht mit vielen Rückschlägen und einer ganzen Menge an Geduld sich selbst und den Mitmenschen gegenüber einher, sodass die Beschreibung das Thema nur so realistisch rüberbringen konnte. Und obwohl ich mir diese Aspekte anders gewünscht hätte, scheinen sie wohlüberlegt zu sein und dabei zu helfen, die Story noch realitätsnaher zu machen, als sie sowieso schon wäre. Auch wenn ich die Intention aus dem Buch mitnehmen werde, mich selbst als Hauptperson zu betrachten - und das kann jede*r, egal ob Single oder in einer Beziehung, so gehe ich doch nicht ganz so gestärkt und motiviert aus diesem Buch raus, wie anfangs gehofft (was vielleicht auch einfach an der viel zu hohen Erwartungshaltung lag)
Daher gibt es trotzdem eine große Empfehlung, egal ob ihr gerade in einer Beziehung seid oder nicht - man kann und sollte sich immer zur Hauptperson in seinem eigenen Leben machen. Und Marnies Reise kann uns dafür den eventuell notwendigen Anstupser geben. Aber auch abgesehen von der Message ist das Buch eine große Empfehlung, ich habe es sehr gerne gelesen.