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Technische Daten


Erscheinungsdatum
16.09.2025
Sprache
Englisch
EAN
9781524712969
Herausgeber
Random House LLC US
Autor
Burke, Caro Claire
Einbandart
Broschiert
Einbandart Details
Trade Paperback (US)
Höhe
235 mm
Breite
156 mm
4.3
Aus 9 Bewertungen zu Yesteryear
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Alle Bewertungen, die wir veröffentlichen, wurden von echten rebuy Nutzer:innen geschrieben.
Bissig, unlikable und einfach großartige Unterhaltung
Vanessa B. - Bewertet am 29.07.2026
Zustand: Exzellent
Dieses Werk ist 2026 wohl an den wenigsten Lesemäusen vorbeigegangen. Fand ich, dass es ein bahnbrechend feministisches Werk ist? Nein. Wurde ich grandios unterhalten und habe die Seiten nur so verschlungen? Auf jeden Fall. Inhaltlich muss ich sicherlich nicht viele Worte verlieren. Eine absolut unsympathische Protagonistin sieht sich der Welt ausgesetzt, die sie als Tradwife-Influencerin scheinbar herbeigerufen hat. Auf wechselnden Zeitebenen erfahren wir einerseits von ihrer Radikalisierung und bekommen andererseits die Härte einer antifeministischen Welt im 19. Jahrhundert zu spüren. Dietlind Falk und Lisa Kögeböhn haben eine wirklich makellose Übersetzungsleistung erbracht. Besser hätte der schwarze und hochgradig bissige Humor dieses satirischen Werks gar nicht abgebildet werden können. Helen ist als Hauptfigur von Anfang an darauf angelegt, dass wir sie schrecklich finden. Ich fand das großartig, verstehe an der Stelle aber auch die Kritik, dass im weiteren Verlauf einfach kein Mitgefühl empfunden werden kann, wo es vielleicht von der Autorin beabsichtigt war. Nichtsdestotrotz ist „Yesteryear“ in der Reihe von Bücher mit fast ausschließlich furchtbaren Figuren für mich eines der besten. Caro Claire Burke bindet viele Themen in ihr Buch ein und hat mich damit eingesaugt. Die Aspekte von Fundamentalismus, Nationalismus, Verschwörungserzählungen und Manosphere sind beklemmend realistisch dargestellt, ohne dass ich sie als übersteigert moralisierend empfunden habe. Helen ist trotz all meiner Antipathie eine rundum reizvolle Figur, die sich selbst eigentlich am besten täuschen kann, während ihr Mann Caleb himmelschreiend einfältig ist. Sicherlich sind beide dabei überspitzt gezeichnet, aber von Satire erwarte ich das auch. Ich persönlich kam mit der Erzählstruktur gut zurecht und hatte eigentlich nie Probleme mit den inhaltlichen Längen, weil Burke einfach hochspannend schreiben kann. Gleichzeitig finde ich nicht, dass der Roman die feministische Schlagkraft besitzt, die die Grundidee hätte haben können. Einige Elemente wie das Benutzen von Kindern für den eigenen Social-Media-Auftritt oder die Dynamiken eines rechten Backlash fand ich pointiert herausgearbeitet. Der zugrundeliegende Ansatz von „Pass auf, was du dir wünschst“ verliert durch den Plottwist und das fiebrige Tempo am Ende aber etwas an Aussagekraft. Meinen Kritikpunkten zum Trotz bewerte ich sehr gut, weil ich mich bis zum Schluss wunderbar unterhalten gefühlt habe. Vielleicht hilft es auch, den Roman als eine spannende Dystopie zu sehen, denn dann ist die Geschichte ein reizvoller Fiebertraum mit einigen gesellschaftskritischen Anklängen und ich freue mich jetzt schon auf die Verfilmung. 4,5 ⭐️
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Horrorbuch des Jahres
Constanze G. - Bewertet am 21.07.2026
Zustand: Exzellent
Die Prämisse des Buches ist so simpel wie genial. Die Tradwife-Influencerin Natalie wird aus ihrem voll organisierten Haushalt mit sechs Kindern, zwei Nannys, einer Produzentin und einem Haufen mexikanischer Ranch-Arbeiter in die Vergangenheit transportiert und muss fortan tatsächlich ihr Sauerteigbrot selbst backen und nicht nur ein Video darüber drehen. Immer abwechselnd durch Kapitel in der Influencer-Zeit und der Vergangenheits-Zeit lernen wir die Protagonistin zusehends besser kennen. Hier sei bereits ein kleiner Hinweis angebracht: Wer eine Protagonistin unbedingt mögen muss, um ein Buch gut zu finden, ist mit Yesteryear schlecht beraten. Ist Natalie am Anfang komisch und unsympathisch, wird sie am Ende zum absoluten Monster. Außer einzelner Kinder sind alle (ja, wirklich alle!) Charaktere auf ihre eigene Art unsympathisch. Da haben wir den nichtsnutzigen Ehemann Caleb, den trumpschen Schwiegervater, die drogenabhängige Schwiegermutter, Fremdgeher, wütende Weiber und Anwälte. Das Buch rechnet mit den aktuellsten Themen auf eine Weise ab, die uns unglaublich abgedreht erscheint, beim Blick über den Tellerrand (und ggfs. den Kontinent) hinaus, aber in Begriff sind, Realität zu werden. So werden im Homeschooling so unwichtige Themen wie Meere und Ozeane nicht angesprochen, Religion und deren Hass auf queere Personen verherrlicht und die perfekte Doppelmoral in der Politik gepusht. Wir folgen Natalie von ihrer Zeit im College, über die frühe Heirat mit Caleb, bis hin zum Höhepunkt ihrer Karriere. Und dann steil in ihren eigenen Abgrund hinein. Dieses Buch tut weh auf eine Weise, wie es nur ein absolutes Fünf-Sterne-Buch kann. Ungeschont werden die Lesenden mit Wahrheiten konfrontiert, sei es über die Influencer-Szene, über Frauen, Männer und Politik. Dieses Buch ist aktueller, wie kaum ein zweites und hat jeden Hype verdient, den es bekommt. Selbst wenn einem das Ende nicht gefällt (ich fand es großartig), kommt man nicht umhin, Caro Claire Burke eine Riesenportion Anerkennung und Respekt zu zollen. Was sie hier geschaffen hat, wird uns wahrscheinlich noch lange begleiten. Für ein Debüt ist dieses Buch der absolute Wahnsinn. Sobald Caro Claire Burke etwas Neues ankündigt, wird auch dieses Buch sofort gelesen werden müssen. Wir sind hier eventuell auf Gold gestoßen.
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Die dunkle Seite einer Instagram-Familie
Annegret H. - Bewertet am 27.06.2026
Zustand: Exzellent
In Natalies Leben ist mehr Schein als Sein bis der Schein wegfällt und sie auf mehreren Ebenen mit der gruseligen Realität ihres Lebens fertig werden muss. In der Gegenwart lebt Natalie mit ihrer Familie auf einer Rinderfarm in Idaho. Dieses Landleben inszeniert sie bis zur Perfektion auf Social Media, wo sie als Trad Wife viele Fans hat. Was ihre Follower:innen nicht sehen: Die beiden Nannys, die sich um Natalies 5 Kinder kümmern, die junge Assistentin, die Natalie für einen Hungerlohn bei der Content-Produktion unterstützt, die Hilfskräfte, die sich um die Landwirtschaft kümmern, oder das Gift, mit dem die Familie ihr vermeintliches Biogemüse behandelt. Eines Tages wacht Natalie auf ihrer Farm auf - nur befindet sie sich in einer ganz anderen Zeit ohne Hilfskräfte, Waschmaschine oder Auto, aber mit Außenklo und einer völlig neuen Familie. Das vermeintlich einfache Leben, was sie online idealisiert dargestellt hat, muss sie nun in einer Extremversion leben. Und stellt dabei schmerzhaft fest, dass diese Zeit für Frauen keine Freiheit oder Rechte kennt. Gleichzeitig beschäftigt sich der Roman viel mit dem Wohl von Kindern und wie es ihnen als unfreiwilligen Protagonist:innen in den Social Media-Videos ihrer Mutter geht. "Yesteryear" verwebt damit viele aktuelle Themen aus der Internetkultur. Am Ende bringt Caro Claire Burke diese beiden Erzählebenen auf erschreckende Weise zusammen, die ich absolut nicht erwartet hätte. Der Roman ist wirklich mitreißend geschrieben. Obwohl er recht lang ist, fesselt er von Anfang bis Ende. Szenen in der Gegenwart und der Vergangenheit wechseln sich ab und schaffen ein hohes Erzähltempo. Natalie ist eine durch und durch unangenehme Protagonistin. Sie fühlt sich allen überlegen, tritt durch und durch arrogant auf, aber ist gleichzeitig extrem isoliert ohne Freunde und nur spartanischem Kontakt zu ihrer Mutter und Schwester. In den Kopf dieser schwierigen Ich-Erzählerin zu schauen, war spannend. Auch wenn ich viele ihrer Handlungen und Entscheidungen nicht nachvollziehen kann, habe ich doch mit der Geschichte mitgefiebert.
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Abgründige Protagonistin, viele gesellschaftkritische Themen
Karin E. - Bewertet am 22.06.2026
Zustand: Sehr gut
Der Roman „Yesteryear“ überrollt derzeit die Bestsellerlisten weltweit, trifft er doch gleich viele wunde Punkte unserer Gesellschaft: Umgang mit Social Media, ein sich verändernder Blick auf Familie und die Stellung der Frau, politischer Rechtsruck und religiöser Fundamentalismus. Caro Claire Burke gelingt es, diese unterschiedlichen, relevanten Themen in eine einzelne Figur zu packen, nämlich Natalie Mills: eine junge, schlaue Frau mit Mann und 5 Kindern, die eine Farm im Nirgendwo betreibt und ihren Alltag mit einer ständig wachsenden Followerschaft in den sozialen Medien teilt. Ein Tradwife. Eine Verkörperung der amerikanischen, christlichen, traditionellen Werte mithilfe von Muffinsrezepten, Bibelversen, Hühner- und Kinderbildern. Doch das ist nur der Schein nach außen. Denn hinter den Kulissen schuften andere: zahlreiche Erntehelfer halten die Farm in Schwung, zwei Nannys kümmern sich um die Kinder, eine Producerin wählt das richtige Licht und die verführendste Kameraeinstellung. Und nicht nur das, auch das Innenleben der Hauptprotagonistin weicht deutlich von ihrem weichgezeichneten Happy-Wife-Happy-Life-Profil ab: sie ist narzisstisch, arrogant und berechnend. Dieses Gefälle entfaltet im ersten Teil, in dem Natalie uns selbstverliebt ihren von Takes und Projekten durchgetakteten Alltag näherbringt, eine intensive Wirkung. Mit purem Zynismus nimmt sie sowohl ihre nach Content lechzende Anhängerschaft als auch die „Wütende Weiber“ genannten Neiderinnen aufs Korn. Damit gelingt ihr zwischen den Zeilen eine vielschichtige Auseinandersetzung mit den generellen Ansprüchen an Frauen: seien es die althergebrachten 3 Ks (Kinder, Kirche, Küche) als auch die modernen 2 (Kind und Karriere) – beide tragen ihre eigenen Problematiken in sich, über die Natalie galant-giftig schwadroniert. Dann ein Schnitt. Im zweiten Teil wacht Natalie in einer anderen Epoche auf: das gleiche Haus, aber ohne Handy, ohne Elektrizität, ohne Motoren, ohne Helfer, ohne Kontakt zur Außenwelt. Was ist passiert? Ein Albtraum? Eine Zeitreise? Eine Art Truman-Show für Nostalgiker mit ihr als Hauptdarstellerin? Während sie versucht, sich in ihrem „neuen“, aber eigentlich jahrhundertalten Alltag zurechtzufinden und dabei größtenteils scheitert, überdenkt sie in Rückblenden ihren Weg von der unsicheren Studentin über die frischgebackene Ehefrau eines Abgeordneten-Söhnchens bis zum Social-Media-Star. Auch in diesem Teil gibt es etliche Seitenhiebe, die vor allem auf die laute, verschwörungsgeile amerikanische Politik und ihre Verbindung zu christlicher Doppelmoral zielen. Und treffen. Trotzdem empfand ich diesen Teil als zäh, weil hier unter dem Strich wenig passiert – irgendwann lese ich nur noch weiter, weil ich endlich wissen will, wie Natalie im 19. Jahrhundert landen konnte! Dies erfahren wir dann im letzten und kürzesten Teil und tja, die Auflösung ist aus meiner Sicht ziemlich hinüber und arg platt geraten. Wo mich der Beginn noch mit Vielschichtigkeit beeindrucken konnte, setzt die Autorin am Ende mit ein paar groben Strichen auf die größtmögliche Schockwirkung. So ist das halt. Und Schnitt. Die Kommentare sind ausgeschaltet! Aber vergesst nicht, mir ein Herzchen dazulassen! Und folgt mir bitte für Sauerteigbrote und weitere Bestseller!
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Schöne, falsche Insta-Welt
Darja W. - Bewertet am 17.05.2026
Zustand: Exzellent
Yesteryear aus der Feder von Caro Claire Burke wird international hochgelobt. Grund genug, einen Blick hineinzuwerfen. Die Protagonistin Natalie verkörpert das, was Amerika in einer guten Christin sehen will - die perfekte Hausfrau, die den Hof ihrer Familie fest im Griff hat, die sich als Vorzeige-Mutter von ihrer Kinderschar beschenkt fühlt. Eine Frau, die alles kann, alles weiß - zu der man aufblickt, die scheinbar Vorbild ist für ihre fünf Millionen Follower. Dass sie all das eben nicht ist, zeigt nicht nur die stattliche Anzahl an Angestellten, die im Hintergrund für sie arbeitet, sondern vor allem ihre Innenwelt, die so niederträchtig ist, dass es ab der Hälfte des Buches eine Qual war, die Geschichte weiterzulesen. Für mich unlesbar. Die hochgelobten Kritiken lassen sich nur schwer nachvollziehen. Vielleicht wird es zum Ende des Buches besser. Eine derart unsympathische Protagonistin ist mir nur selten begegnet. Die Aufmachung des Buches ist hinreißend - letztendlich zählen die inneren Werte.
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